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Hermann L. Gremliza auf dem Konkret-Kongreß „Was tun?“ vom 11. bis 13. Juni 1993

Offenbar ist das Bedürfnis auch der linken Intelligenz Deutschlands, mit dem Erstarken dieser Weltmacht selbst zu erstarken, jedenfalls groß genug, um dem das Wort zu reden, was hier in den verschiedensten Beiträgen angeklungen ist: einen Schlussstrich unter die Geschichte zu machen, sich nicht länger in der Gefangenschaft des deutschen Faschismus aufzuhalten, sondern sich daraus zu befreien. Auch in einem Vokabular, das ich für diese Veranstaltung für unmöglich gehalten habe. Dieses Bedürfnis ist zum Ausdruck gekommen, als beispielsweise ein Satz gesagt wurde, der da lautet: Die Geschichte mit dem Ausländeranzünden ist für die Nation ärgerlich.

(Zwischenruf Karl Held: „Prüf‘ doch mal den Wahrheitsgehalt des Satzes“)

Der Wahrheitsgehalt dieses Satzes ist leider, dass der, der ihn spricht, ein Problem ist für eine linke Politik. Es gibt keine „Geschichte mit der Ausländeranzünderei“ in diesem Land, es gibt etwas anderes. Wer das nicht versteht, dem werde ich es nicht erklären können.

(Zwischenruf Karl Held: Tu’s doch erst einmal. … Die Nation, Gremliza, es ist banal … diskutier doch mal mit deinen Kontrahenten …“)

Ich sage noch einmal, dass es keine Anzünderei von Ausländern gibt, und den Satz möchte ich hier nicht noch mal hören. Mit diesem linken Faschistengeschwätz muss jetzt mal Schluss sein. Es gibt tote Türken, es gibt keine Ausländeranzünderei.


Hermann L. Gremliza in Konkret 10/2010

Als das größte Drecksblatt der Welt Anfang September mit der Schlagzeile „Bild kämpft für Meinungsfreiheit – Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ dem Mob in Trainingsjacken wie dem in Nadelstreifen eine Stimme gab, war der Versuch der politischen Führung, zugunsten des sogenannten deutschen Ansehens auf den Märkten der Welt ein Minimum an zivilisatorischen Standards vor Sarrazins rassistischen Parolen zu retten, gescheitert. Das nach den Mordbrennereien von Lichtenhagen, Mölln und Solingen den Landsleuten abgerungene Zugeständnis, nicht mehr Ausländer anzuzünden, als zur Abschaffung des Asylrechts unbedingt nötig, war widerrufen.

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